Auf dem Weg zur Vision Zero
Rathaus1010 Wien
"Bremsen rettet Leben!" In Teil 3 unserer Serie übers Zu-Fuß-Gehen in Wien findet Verkehrsstadtrat Rudi Schicker einerseits gewohnt klare Worte und verlässt sich andererseits nicht auf Patentlösungen.
Die Unfallzahlen sind 2009 wieder gesunken (-1,4 % bei den Fußgängern). Und das, obwohl immer noch vier von zehn Autofahrern nicht vor Schutzwegen bremsen und 42 % trotz Tempolimit aufs Gas steigen.
"Bremsen rettet Leben!", macht Verkehrsstadtrat Rudi Schicker klar, dass es theoretisch so "einfach" wäre. Praktisch setzt er auf den Ideen-Mix. "Nur so können wir Fußgänger - vor allem auch Kinder und Jugendliche - schützen." Während es für Volksschüler sogenannte Schulwegpläne gibt, muss man das Thema bei den 15- bis 19-Jährigen, die in der Unfallbilanz 2009 hervorstechen, naturgemäß anders angehen. Ein Schulwegplan ist hier sinnlos, wie Bernd Skoric, Verkehrssicherheitsbeauftragter in der MA 46, bestätigt.
Jugendliche im Mittelpunkt
"Aus Gesprächen mit Jugendlichen, Elternvertretern und Direktoren ergeben sich Gefahrenpunkte, die wir in weiterer Folge entschärfen. Das Projekt nennt sich
Schulsicherheitsinspektionen, kurz SUSI." Skoric, der seit zehn Jahren die MA 46 - Verkehrssicherheitsgruppe leitet, betont wie Stadtrat Schicker die Wichtigkeit, auf schwächere
Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Was der Fußgänger zur Sicherheit beitragen kann? "Bitte erst über die Straße gehen, wenn das Auto wirklich stehen geblieben ist - ja nicht
drauf verlassen."
Nur viele kleine Schritte können zum erklärten Ziel führen, der "Vision Zero" - keine Toten im Straßenverkehr.
9 x Sicherheit – das tut die Stadt
✔ Zebrastreifen werden – besonders in der Nähe von Schulen – rot umrandet.
✔ Gemeinsam mit der AUVA: Schulwegpläne, die den sichersten Weg zeigen. www.wien.gv.at/verkehr/verkehrssicherheit/schulweg/plaene
✔ Beschilderungen (z. B. mit LED-Technologie ausgestattet)
✔ Kooperation mit der Wiener Polizei
✔ Regelmäßige Überprüfung der Ampeln auf Fußgängerfreundlichkeit
✔ Datenbanken, mit denen man Unfallhäufungsstellen auswertet, Beratung, Aufklärung, Fußgängerseminare
✔ Pilotversuch Videoüberwachung für Zebrastreifen (ab Herbst in Döbling)
✔ Gehsteigvorziehungen und andere bauliche Verbesserungen
✔ Tempo-30-Zonen, Wohnstraßen und Fußgängerzonen
GEHeimtipp von Stadtrat Schicker
Start: Ein ungewöhnlicher Ausgangspunkt für den GEHeimtipp: der Praterstern. Stichworte: Neuer Nordbahnhof, neue Platzgestaltung.
Route: Rückseite Ausstellungsstraße (Aufwertung durch U2-Verlängerung), den Wurstelprater entlang zum neuen Messezentrum, Messecarree Nord. Dann die Vorgartenstraße –
Trabrennstraße Richtung Viertel
Zwei ("imposante neue OMV-Zentrale“). Meiereistraße/Ernst-Happel-Stadion, Prater Hauptallee, Konstantinhügel, Planetarium, Riesenrad und zurück zum Praterstern.
Erstellt von
WIENER BEZIRKSBLATT Redaktion
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