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Gelsen: So bedrohen sie die Gesundheit

Schottenfeldgasse
1070 Wien

Die lästigen Blutsauger mausern sich heuer zur echten Gesundheitsgefahr: Neben dem juckenden Dippel droht neuerdings auch die bislang nur von Zecken bekannte Borreliose-Infektion.

Regenfälle und Hitze haben heuer eine Gelsen- und Mückeninvasion ausgelöst. Neben dem Juckreiz, der vom Speichel der Tiere ausgelöst wird, überträgt ein Stich auch eine Fülle von Bakterien.  

Malaria, Borreliose und Schlafkrankheit

Altbekannt ist die Übertragung der Malaria durch die Anophelesmücke. Heuer droht von Insektenseite aber neue Gefahr: In Süditalien sind erste Fälle der Schlafkrankheit bekannt, die durch Gelsenstiche ausgelöst wurden. In Österreich werden Kontakte häufiger, bei denen Borreliose übertragen wird. Diese Krankheit, die bislang nur von Zeckenbissen herrührte (eine FSME-Impfung schützt nicht davor!), ist alles andere als harmlos: Wird sie früh entdeckt, kann sie mittels Bluttest festgestellt und mit Antibiotika wirksam bekämpft werden. Bleibt die Übertragung unentdeckt, wird der Körper hingegen in drei Schüben befallen. Das Nervensystem inklusive Sehsinn, Muskeln, Herz und Gelenke werden teils irreversibel geschädigt. Jährlich werden 14.000 Österreicher von der heimtückischen Krankheit befallen.
Daher ist es bei Stichen unumgänglich, wachsam zu sein: Sollte sich um den Stich eine kreisförmige Rötung bilden, ist der Arzt aufzusuchen. Typischerweise heilt die betroffene Hautpartie innerhalb weniger Tage von innen nach außen wieder aus, weshalb zeitweise auch eine ringförmige Rötung zu beobachten ist. Ein menschenverträglicher Impfstoff gegen die Borreliose ist in Europa bislang noch nicht zugelassen. Zur Vorbeugung können derzeit also nur handelsübliche Anti-Gelsen-Sprays auf der Haut aufgebracht werden.

Erstellt von
WIENER BEZIRKSBLATT Redaktion

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